[Update:] Wie von den schwäbischen Piraten gestern bereits vermutet offenbar doch ein Hoax. Siehe Update drei weiter unten. [/Update]
Lobbyisten, die offenbar für eine ACTA-Einführung und damit einhergehend für erhebliche Einschränkungen der Bürgerrechte trommeln, kennen wir. Ebenfalls nichts Neues ist selbstverständlich, dass sie auch im Internet ihre Thesen verbreiten möchten, dies tut die neue »Initiative für geistiges Eigentum« auf einer eigenen Webseite.
Ein wenig peinlich ist es allerdings zum ersten, dass sie unilateral den »Tag des Urheberrechts« einfach mal so erfinden und dann an diesem Tag zu einer Veranstaltung einladen, auf der solche Figuren wie Gorny (meiner Ansicht nach einer der größten Lügenbarone der Verwerter überhaupt) reden sollen. Übrigens finde ich solche Aktionen insbesondere als Urheber peinlich.
Dass dabei das Handelsblatt als »Medienpartner« auftritt verwundert mich nun wieder nicht, die müssen natürlich ihre (versuchten) Praktiken der buyout-Verträge mit Journalisten schützen. Das ist aber dann ehrlicherweise der Schutz des eigenen Geschäftsmodells und nicht der des Urheberrechts. Dass man das so eindeutig nicht formuliert, verwundert mich ebenfalls nicht im Geringsten.
Wenn ich Sätze wie den folgenden lese, wird mir allerdings regelrecht schlecht:
Das ACTA Abkommen wurde unter zahlreichen Staaten mit großer Rücksicht auf alle rechtlichen und ökonomischen Realitäten verhandelt.
Ja, das Abkommen wurde von zahllosen Staaten verhandelt. Die »Rücksicht auf Realitäten« fehlt dabei allerdings ebenso, wie die Einbeziehung der Bürger, denn ACTA wurde in Hinterzimmern ausgekungelt und sollte so lange wie möglich unter der Decke bleiben. Oder warum wollte man das Ding heimlich im Fischereiausschuss der EU durchwinken? Weil es ein Problem mit illegalen Fischkopien gibt? Ganz sicher.
Liest man sich die — überaus spärlichen — Inhalte der Seite durch, findet man nichts ausser populistischen Parolen und Lobbyistengeschwurbel, das man inhaltlich in Sekunden auseinander nehmen kann. Beispielsweise der Vorwurf, Kritik an ACTA sei »undemokratisch«. Nein, Freunde des schnellen Geldes, ganz im Gegenteil. Proteste gegen ACTA sind im Gegenteil sogar geradezu ein Paradebeispiel an Demokratie, auch wenn euch das nicht passt.
Deshalb: wer sich über die wahren Hintergründe zu ACTA informieren möchte, glaubt nicht solchen Worthülsenjongleuren, sondern besucht beispielsweise eine Infoseite wie stopp-acta.info.
Grotest, wenn nicht gar kafkaesk, wird die Nummer mit der Webseite der Lobby-Claqueure allerdings, wenn man genauer hinsieht:
Die Trommler gegen die »Kostenloskultur im Web« nutzen eine kostenlose Plattform, nämlich WordPress.com, für ihre Webseite. Das macht eure Seite und euer Anliegen natürlich überaus glaubwürdig, ihr Luschen!
Wenn sich das rumspricht wird das Gelächter groß sein und ich prophezeihe, dass diese Seite in Kürze wieder offline gehen wird und anderswo neu erscheint.
Wir sollten alle auf deren Webseite kommentieren, was man von ihr und dem dahinter stehenden Projekt hält, allerdings gehe ich davon aus, dass nur genehme Kommentare veröffentlicht werden.
[Update heute 14:00]: auf der Seite steht nun zu lesen:
Der BDI e.V. möchte aus Angst vor negativer Berichterstattung ab sofort nicht mehr als Partner der Veranstaltung auftreten.
Na also, soll nochmal jemand sagen, dass die Nutzer heutzutage keine direkte Möglichkeit zur Einflussnahme besitzen! :D
Kritische Kommentare sind allerdings auf der Webseite nach wie vor Fehlanzeige. Wie nicht anders erwartet.
[Update 2, heute 17:30] auch die schwäbischen Piraten kommentieren und finden deutliche aber völlig korrekte Worte.
Kritische Kommentare sind allerdings auf der Webseite nach wie vor Fehlanzeige. Wie nicht anders erwartet.
[Update 3, 25.04.2012 15:15 Uhr] Dank eines Hinweises in den Kommentaren verdichtet sich die Vermutung, dass es sich um einen Hoax handelt. Siehe Artikel auf Mediabiz.de
Nicht, dass das etwas an den grundlegenden Problemen ändert. :o)
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Bildquelle »Stoppt ACTA«-Logo: stopp-acta.info


Im Zuge der von unserem Staat und unseren Behörden künstlich geschürten Terrorangst im Zuge von 

