Unsere Regierung ist großzügig, das ist allgemein bekannt. Nur trifft es bei den Politik-Kamelle, die so großzügig verteilt werden, nie den Bürger – dessen Angestellte die Regierungsmitglieder eigentlich sind – sondern die Wirtschaft.
Erst ein großzügiges Steuergeschenk and die Hoteliers, die statt 19% Mehrwertsteuer auf einmal nur noch 7% berappen müssen – warum kann so richtig keiner erklären. Dann ein Ausstieg aus dem Atomausstieg, der eigentlich schon beschlossenen Sache war; nun wollen Merkel und Co. auf einmal nichts mehr davon wissen und sorgen für zufriedenes Grinsen auf den Gesichtern der Verantwortlichen derStromlobby – die uns ohnehin bereits seit Jahren völlig skrupellos und unüberwacht mit immer höheren Strompreisen tief in die Taschen greifen.
Nun hat sich Verkehrsminister Ramsauer den Nikolausmantel übergestreift und beschert den Herstellern von Autoreifen ein großzügiges Weihnachtsgeschenk – wie immer auf Kosten der Bürger.
Bislang war man laut der Straßenverkehrsordnung nur dazu angehalten “bei Kraftfahrzeugen die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen.” Es gab also nicht den Winterreifen-Zwang, der so gerne kolportiert wird, es wird nur eine “geeignete Bereifung” gefordert (§ 2 StVO). Das soll jetzt geändert werden: noch vor der Wintersaison will Ramsauer eine Verordnung einführen (wie praktisch, ein Gesetz braucht deutlich länger), die jeden Autofahrer bzw. -Besitzer durch eine “konkrete Winterreifen-Pflicht” dazu zwingt, neue Pneus anzuschaffen.
Die Reifenhersteller bekommen wahrscheinlich angesichts dieses Geschenks das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht und haben Dollarzeichen in den Augen.
Dass Winterreifen bei Temperaturen unter sieben Grad nicht wirklich besser haften, im Gegensatz zu den Behauptungen der Hersteller, ist da wohl nur noch eine Anekdote am Rande…
Jaja… “aber die Sicherheit!” – Geschenkt!
Dank an Kyr für den Hinweis.
“Bildkomposition” von mir, Reifen aus der Wikipedia, Ramsauer aus der Wikipedia, beide CC-Lizenz