Rumgeschlaue über Web und die Welt

Die Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Maag verhöhnt die Opfer der Polizeiübergriffe vom letzten Donnerstag, sie sagte wörtlich:

Bilder können auch machtvoll sein und vor allen Dingen auch eine manipulierende Wirkung entfalten. Wer das Bild dieses älteren Mannes gesehen hat, der mit blutenden Augen weggeführt wurde, anschliessend den selben Mann sieht, wie er sich offenbar absichtlich mit nackter Brust und ausgebreiteten Armen vor den Wasserwerfer stellt und nun liesst, er habe andere schützen wollen, der lernt eines – nämlich auf eine saubere Aufarbeitung der Ereignisse zu warten.

Aha. Alles nur Medien-Manipulation. Sicher. Dumm nur, dass heutzutage fast jeder immer einen Fotoapparat oder sogar eine Videokamera bei sich führt – auch Demonstranten – und man auf möglicherweise von der Politik manipulierte Medien gar nicht mehr angewiesen ist. Ich empfehle einen Blick ins Web, Youtube voran. Oder man frage den Richter, der eindeutig bezeugt hat, dass sich die Polizeigewalt auch gegen abseits Stehende richtete (ich verlinke die WELT [oder die BLÖD] nicht gerne, mache aber mal eine Ausnahme…).

Netter Versuch, Frau Maag, leider etwas offensichtlich. Man könnte auch unverschämt sagen. Oder dreist.

Von der menschlichen Komponente, wie hier der bis an sein Lebensende geschädigte Mann in entwürdigender Weise zum Täter gemacht werden soll und Opfer politischer Lügen wird, wollen wir gar nicht reden. Wer Verletzte in dieser Art instrumentalisiert und sich in dieser Art auf niedrigstes Niveau begibt sollte sich was schämen und hat im Bundestag, als Repräsentant einer Demokratie, nichts zu suchen!

Was Manipulation angeht: Es ist inzwischen ein offenes Geheimnis, dass CDU, Bahn und Co. offenbar im Internet massive Manipulationen versuchen, Astroturfing betreiben, Provokateure in die Reihen der Gegner einschleusen und die Pro-Fraktion unterstützen. Wenn sie meinen, dass das hilft…

[Update] Lobbycontrol bestätigt Verwicklung von CDU und Bahn [/Update]

Bild: Entschuldigung für den Grusel (nein, es ist noch nicht Hallowe’en), aber man sollte wissen, wie die aussieht; Karin Maag, aus der Wikipedia, CC-Lizenz

2 Gedanke zu “Stuttgart 21: CDU-Bundestagsabgeordnete verhöhnt Opfer

    • Danke für den Link. Ich hatte ursprünglich geplant, das Dokument hier zur Verfügung zu stellen, habe dann aber davon abgesehen, da Reicherts vollständige Adresse und Kontaktdaten in dem Dokument zu sehen sind. Inzwischen steht das Ding aber an derart vielen Stellen im Web zur verfügung, dass ich kein Problem mehr sehe, darauf zumindest zu verlinken.

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