Ich kann es nicht mehr hören (oder lesen), wenn die gesamte “Qualitätsjournalismus” verbreitende Medien-Meschpoke im Zusammenhang mit den DDOS-Attacken auf Mastercard, PayPal und Co. ständig von “Hackern” spricht.
Passt mal genau auf, liebe Freunde von der natürlich immer gut recherchierenden Journaille, der Onkel erklärt euch mal in einfachen Worten, wie das geht (für euch vielleicht komplizierte Fachbegriffe habe ich zu erklärenden Artikeln verlinkt, aber wahrscheinlich ist euch die Recherche ebenfalls schon zuviel):
- LOIC herunterladen.
- entpacken (entzippen)
- Programm starten
- URL oder IP-Adresse eingeben
- Startknopf drücken
- Das war alles. Klingt komisch? Ist aber so!
Das kann sogar der debilste, Internet-ausdruckende Politiker, versteht ihr? Oder um es genauer zu sagen: jeder mit einer halben Hirnzelle ist dazu in der Lage, dieses Programm – oder ähnliche – zu starten, um damit nahezu beliebige Webseiten anzugreifen, dafür benötigt man definitiv keine “Hacker” und es handelt sich ebenso definitiv nicht um “Hacker”, die das getan haben, sondern maximal um Skriptkiddies.
Wenn die Polizei jetzt in den Niederlanden eine solche arme Sau verhaftet hat, dann ist das keine Heldentat und man hat garantiert weder einen Cyberterroristen, noch wird das irgendwelche Auswirkungen haben – außer für die arme Sau.
Anonymus will jetzt übrigens mit den DDOS-Attacken aufhören und ruft stattdessen dazu auf, die Wikileaks-Dokumente im Netz zu verteilen. Der Slogan lautet: “They don’t fear the LOIC. They fear exposure.”
Also, liebe Qualitätsjournalisten, beim nächsten Mal fragt ihr vor dem Verbreiten von Qualitätsdünnschiss oder stumpfem Abschreiben bei dpa erst mal jemanden, der sich auskennt, okay? Oder um Dieter Nuhr zu zitieren: “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!”
